Bamberg: Welcome to Freak-City – Filmemacher Marc Litz im Interview

Nachdem in den letzten Jahren Kinostreifen wie Resturlaub, Das Sams oder Die Drei Musketiere in Bamberg aufgenommen wurden, dient unser „fränkisches Hollywood“ in diesen Tagen abermals als Filmkulisse. Doch dieses Mal wird nicht nur in, sondern auch über und vor allem mit Bamberg gedreht: Der Filmemacher Marc Litz produziert mit Bamberg: Welcome to Freak-City einen außergewöhnlichen Dokumentarfilm über unsere Brose Baskets, ihre Fans und deren Leidenschaft. Ich habe mich mit Marc unterhalten – unter anderem* über das Projekt BAMBERG. Viel Spaß beim Lesen.

Hallo Marc, schön dass du dir Zeit nimmst. Stell dich doch kurz mal vor.

Hallo Thomas, ich bedanke mich für die Interview-Anfrage. Gerne nehme ich mir für die treuen Brose Baskets-Fans Zeit. Ich komme aus Zweibrücken in der Pfalz, bin ein „86er“ Baujahr und mein Beruf – meine Berufung – ist das Filmemachen.

Marc Litz

Du bist noch ziemlich jung. Wie bist du zum Film gekommen?

Schon als Kind fand ich die Materie Film sehr interessant. Dokumentarfilme fand ich jetzt nicht so toll. Das wurde aber mit den Jahren anders. Ich machte mich nach meiner Berufsausbildung mit meiner Videoproduktionsfirma selbstständig und hielt mich mit Hochzeitsfilmen für Privatleute über Wasser. Dann folgten auch Imageproduktionen für Unternehmen. Beispielsweise produzierte ich vor Jahren auch einen Imagefilm für das Freizeitland in Geiselwind und für zwei Hotels dort. Während dieser Produktionszeit „verliebte“ ich mich in das Frankenland. In dieser Zeit wurde Franken zu meiner zweiten Heimat.

An welchen Projekten hast du bisher gearbeitet?

Natürlich habe ich mich nicht gleich ins kalte Wasser geworfen, sondern habe jahrelang als Hobby-Filmer viele Dinge ausprobiert. Ich habe nicht nur zahlreiche Produktionen für Privatpersonen und Unternehmen gemacht, sondern habe mich an der Materie Kurzfilm versucht. Der erste Kurzfilm war eine lustige Sache. Mit Laiendarsteller versuchte ich mein Drehbuch umzusetzen. Gelang auch, aber es war definitiv nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Es folgten weitere dieser Projekte. Ich glaube es waren ca. 7 Filme, von denen nur einer wirklich aufgeführt wurde.

Der letzte und interessanteste Kurzfilm an dem ich arbeitete spielte im „deutschen Herbst“. Es ging darin darum, dass zwei in Haft sitzende RAF-Terroristen aus dem Zweibrücker Gefängnis erpresst werden sollten. Dies geschah in der Tat und so hatte ich es mit dem Drehbuch nicht wirklich schwer. Alle Infos googelte ich mir damals zusammen und sprach mit einer Hand voll Menschen, die sich noch daran erinnern konnten. Dieser Film habe ich aber nie zu Ende gebracht weil ich diesen Kurzfilm als „Freizeitprojekt“ behandele. Eine Veröffentlichung schließe ich nicht aus. Ich möchte nur mit viel Zeit formen können und dann sehen, ob es meinen eigenen Anforderungen entspricht. Das Problem ist dass ich sehr selbstkritisch bin und meine eigenen Anforderungen immer größer und spezieller werden.

Du kommst aus Zweibrücken und hast zuletzt „Herzblut“, einen Film über den FC Kaiserslautern in die Kinos gebracht. Was verschlägt dich vom Fußball zum Basketball – und vor allem nach Bamberg?

Als erstes sollte ich erwähnen dass ich schon länger die Brose Baskets verfolge. Leider bisher nur vor dem heimischen TV von der Pfalz aus.

Herzblut… ja das war mein erstes größeres Projekt. Dies habe ich als FANPROJEKT zusammen mit den Fans des Bundesligisten gestartet. Ursprünglich jedoch nur als DVD Projekt für Fans. Auf eine Anfrage der UCI Kinogesellschaft hin, ob UCI den Film in seinen Kinos aufführen dürfe, wurde aus dem DVD-Projekt eine Kinoproduktion. In jedem Kino der Republik war der Film zwar nicht zu sehen, aber dafür sagenhafte 9 ½ Wochen in ausgewählten Kinos, von der Pfalz über Ostfriesland und sogar in Berlin.

Was mich zum BASKETBALL verschlägt ist außer meinem Fandasein die Tatsache, dass die Leidenschaft, Verbundenheit und die Treue zu einem deutschen Basketballverein nirgendwo in Deutschland so groß ist wie in Bamberg. Die Menschen hier LEBEN den Basketball und natürlich ihre Brose Baskets. Ich beobachte an jedem Spieltag die Gesichter der Menschen vor dem Spiel. Sobald die Leute vom Parkplatz zur Arena laufen ändert sich bei vielen der Gesichtsausdruck. Vorfreude macht sich breit und die Sorgen des Alltags scheinen wie eine Last von den Schultern zu fallen. Die Identifikation mit dem Verein ist einfach beeindruckend. Die Menschen hier leiden, fiebern, freuen, feiern und weinen mit ihrem Verein. Egal ob es Freudentränen oder Tränen des Leids sind.

Auf was darf man sich bei „Bamberg: Welcome to Freak-City“ gefasst machen? Was ist der Hauptbestandteil des Films?

BAMBERG wird etwas ganz Besonderes. Es ist für mich ganz klar eine neue Herausforderung, aber diese suche ich mir ja bewusst. Bamberg: Welcome to Freak-City wird eine Dokumentation über die Brose Baskets, über die Fankultur, über das Leben an sich in Bamberg. Zuviel mag ich nicht verraten. Aber Hauptbestandteil werden ganz klar die Brose Baskets und die Fans in Bamberg sein.

Warum eine Dokumentation ohne richtige Vorlage statt ein von vorne bis hinten durchdachter Spielfilm?

Ich schreibe zwar an eigenen Filmen, jedoch nur an Kurzfilmen. Was Filme in Spielfilmlänge betrifft, bin ich im Doku-Genre zu Hause. Ich bin nun mal mit Leib und Seele ein Dokumentarfilmer.

Welches Publikum möchtest du mit dem Film erreichen? Typisches Popcorn-Kino sieht ja anders aus.

Das habe ich bei „Herzblut“ auch gedacht. Mit BAMBERG möchte ich außer die treusten der Treusten auch die Dokumentarfilmliebhaber und auch das typische Popcorn-Publikum erreichen. BAMBERG wird ein unterhaltsamer Dokumentarfilm für die ganze Familie. Von jung bis alt, jeder wird damit etwas anfangen können. Nicht nur dramatische Szenen sondern auch was für die Lachmuskeln wird zu sehen sein. Ganz fest versprochen!

Was siehst du als größte Herausforderung bei dem Projekt?

Also als größte Herausforderung sehe ich das Format des Films. Es soll ja kein typischer Dokumentarfilm werden, sondern etwas Besonderes. Nicht nur was für Basketball-Fans. Aber keine Angst, ich habe die Größte Hürde auf dem Papier bereits hinter mir. Ich muss sie nur noch in die Tat umsetzen und darin sehe ich das kleinere Problem.

Du hast nun schon einige Zeit in Bamberg verbracht. Was gefällt dir, neben den Brose Baskets und seinen Fans, besonders an Freak City?

Die Stadt ist zusammen mit den Menschen einfach genial. Bamberg vermittelt ein ganz spezielles Lebensgefühl das mir einfach sehr gut gefällt und auch gut tut. Sympathisch, freundlich, manchmal auch etwas eigen. Die Leute hier sind einfach was Besonderes und man muss sie einfach mögen – da gibt es keine große Alternative. Die Stadt genauso. Man kann nicht wirklich irgendwo hinsehen ohne dabei ein Stück Historie zu entdecken. Die Geschichte Bambergs ist sehr interessant.

Eine Prognose zum Schluss: Holen wir den Pokal dieses Jahr wieder nach Bamberg?

Diese Frage stellte ich mir im Dezember. Ich denke dass wir diese Saison schon ein paar Kampfspiele hatten und noch haben werden. Man darf nicht vergessen, dass es nun mit Bayern München einen finanziell sehr gut bestückten Konkurrenten gibt. Man muss sich aber nur mal unseren Kader anschauen. Wir haben die Hochkaräter in unserem Team. Es mag sein dass wir manchmal etwas mehr Zeit brauchen in unser Spiel zu finden, wenn wir aber erst einmal in Gang gekommen sind, hält uns so schnell niemand auf. Für mich haben wir dieses Jahr ganz klar die Mission TITELVERTEIDIGUNG zu erfüllen. Und dafür haben wir gute Chancen!

Vielen Dank für das Interview!

Weitere Informationen zu Bamberg: Welcome to Freak-City findet ihr auf der offiziellen Homepage. Ihr könnt Marc auch direkt auf seinem Blog verfolgen.

*Oder ihr schaut ganz einfach regelmäßig bei mir vorbei. Ich werde das Projekt nicht nur von hinter der Kamera begleiten. ;-)

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